Bin ich bereit?
- Kai Klostermann
- 9. Jan.
- 1 Min. Lesezeit

Ich hatte heute eine Karte in der Hand.
Rosa. Raue Struktur. Ein Satz.
Mut bedeutet sichtbar zu werden, bevor du dich bereit fühlst.
Diese Karte liegt seit geraumer Zeit auf meinem Schreibtisch.Mein Blick bleibt immer wieder daran hängen.
Heute, beim Durchsehen meiner Bilder, hat sich der Satz zurück in mein Bewusstsein geschoben.Karte in die Hand nehmen. Fühlen. Lesen.Pause.
Noch einmal lesen.
Was macht das gerade mit mir?
Bin ich bereit?
Wie viel Zweifel steckt in mir.
Tränen.
Langsam.
Über das Gesicht.
Unbemerkt.
Ich fühle mich nicht bereit.
Ich zweifle an meiner Kunst.
Ob ich mit ihr die Gefühle ausdrücken kann, die es braucht, um mein Werk zu verstehen.
Ob es Menschen gibt, die stehen bleiben.Vor einem Bild verharren.
Auf Messen verfliegt dieser Zweifel manchmal.
Wenn Gespräche entstehen.
Kurze Ewigkeit.
Tanzende Momente im Kopf.
Im Studio:Der Mensch vor der Kamera.
Ich dahinter.
Und doch eine Einheit.
Ein stilles Bündnis im Moment.
Wieder diese kurze Ewigkeit.
Jetzt stehe ich vor den Bildern.
Kein Tanz.
Ein Verschmelzen mit der Zeit des Shootings.
Glück.
Still.
Echt.
Der Gedanke:
Die Bilder wollen in die Welt.
Leise.
Ohne Aufsehen.
Ich weiß nicht,
ob sie bereit sind.
Oder ob ich es bin.
Werde ich es je sein?
Ich weiß es nicht.
Was war nochmal Mut.
Sich zu zeigen.
Die Komfortzone zu verlassen.
Ich möchte den Zweifel loslassen.
Meine Grenzen verschieben.
Die Bilder in die Welt entlassen.
Menschen finden lassen.
Räume öffnen.
Resonanz.
Spüren.
Der Zweifel bleibt.
Vielleicht ist er der Antrieb.
Der Weg.





Kommentare